Die schönsten Schattenwanderungen für den heißen Sommer

Die schönsten Schattenwanderungen für den heißen Sommer - der Lerautal mit Schafsteg bei Leuchtenberg - (c) Top-Trails of Germany

Licht durchbricht das Blätterdach, Staub tanzt in den schräg fallenden Sonnenstrahlen: Wandern im Sommer hat seinen ganz eigenen Reiz. Damit eine mehrstündige Tour jedoch auch bei hohen Temperaturen Spaß macht, geht man am besten durch schattige Wälder. Die Top Trails of Germany bieten zahlreiche Etappen durch die schönsten Waldstücke Deutschlands.

Albsteig: Über luftige Höhen
Die 15. Etappe führt auf 26 Kilometern von Ratshausen über den Lemberg und das Klippeneck zum Risiberg nach Dürbheim und damit über die höchste Erhöhung der Alb – den Lemberg mit 1.015 Metern. Weiter geht es über den höchst gelegenen Segelflugplatz Deutschlands Klippeneck. Zum Etappenziel nach Risiberg führen schattige Abschnitte. Der Landgasthof Waldeck eignet sich gut als Zielpunkt, da er direkt am Weg liegt.

Eifelsteig: Zum Kloster Himmerod
Die 12. Eifelsteig-Etappe führt von der Burgenstadt Manderscheid zum Kloster Himmerod und ist vor allem im Sommer ein Genuss. Über schmale, steinige Pfade geht es durchs enge Liesertal – bergauf und bergab, vorbei an schroffen Felsen, die teilweise steil zum Tal hinabfallen. Auf dem anspruchsvollen Pfad gibt es verschiedene Schutzhütten für eine gemütliche Wanderpause. Das Tagesziel ist das Kloster Himmerod. Es wurde im 12. Jahrhundert von den Zisterziensern gegründet und beeindruckt mit seiner imposanten Barockkirche.

Harzer-Hexen-Stieg: Durchs malerische Bodetal
Auf dieser 5. Etappe des Harzer-Hexen-Stiegs geht es auf 14 Kilometern durch den "Grand Canyon" des Harzes – das Bodetal zwischen Treseburg und Thale. Hier ragen links und rechts des Weges bis zu 250 Meter hohe Granitwände empor, die für schattige Kühle selbst bei heißen Temperaturen sorgen. Oben sind mit gutem Auge Rosstrappe und Hexentanzplatz erkennbar, einst mystische Kultstätten, heute beliebte Ausflugsziele. Um die grandiose Schlussaussicht des Harzer-Hexen- Stiegs nicht zu verpassen, geht es nach links auf der „Schurre“, die 18 Serpentinen zur Rosstrappe hinauf. Wem dies zu beschwerlich ist, der nimmt den bequemen Sessellift zum Hexentanzplatz.

WesterwaldSteig: Wildromantische Touren
Wer auf dem WesterwaldSteig auf der 4. Etappe unterwegs ist, erlebt im Sommer eine Tour durch wildromantische Abschnitte. Von Rennerod geht es nach Westerburg, mitten durch den Hohen Westerwald. Am Secker Weiher, wo man zur Erfrischung baden kann, kann man auch einkehren. Das Highlight der Tour ist die Holzbachschlucht: Resige Basaltblöcke und umgestürzte Bäume geben dem engen Tal einen wilden Abenteuer-Look. Beeindruckend ist auch die fast 400 Meter hohe Felsformation Katzenstein mit herrlicher Aussicht über Westerburg bis hin zum Taunus.

Westweg: Durch den Nordschwarzwald
Die 2. Etappe des Westwegs zeigt die typischen Landschaften des Nordschwarzwaldes: Schattige Nadelwälder und tief eingeschnittene Flusstäler. Über steile, felsige Pfade, vorbei am plätschernden Wasser, steigt der Weg am Latschigfelsen hinab in das tiefe und wilde Murgtal nach Forbach. Im Kauersbachtal oberhalb von Gausbach stehen die charakteristischen hölzernen Heuhütten, die Einwanderer aus Tirol mitbrachten. Der Panoramaweg über Gausbach zeigt die liebliche Seite des Murgtals, bevor die Etappe an der historischen Holzbrücke in Forbach endet.

Altmühltal-Panoramaweg: Durch den Urwald
Im Altmühltal bietet sich die schattige Rundtour "Jägersteig" perfekt an für eine Sommer-Wanderung. Der Rundweg liegt in unmittelbarer Nähe zum Altmühltal- Panoramaweg und verläuft im Naturwaldreservat Beixenhard, das geradezu ein Urwald ist und damit sehr schattig ist. Der fast alpine Steig führt mit geringen Höhenunterschieden am Hang entlang, mit schönen moosbewachsenen Bäumen und beeindruckenden Felsformationen, wobei auch einige schwierigere Passagen zu bewältigen sind, die mit Stahlseilen oder Holzgeländer gesichert sind. Zwischendurch gibt es immer wieder einmal einen Ausblick nach Ried und über das Wellheimer Trockental.

Heidschnuckenweg : Vorbei an Schafsherden
Auf 13 Kilometern führt die Etappe 12 des Heidschnuckenwegs durch sommerliche Wiesen und Wälder von Weesen nach Dehningshof. Die hohen Kiefern am Heideweg spenden in den heißen Sommermonaten wunderbar Schatten. Der Wald ist dicht und lädt zum Entspannen ein – beispielweise auf den Holzliegen, die am Wegesrand stehen. Da es hier kaum Einkehrmöglichkeiten gibt, sollte man Lunchpakete mitnehmen und die Brotzeit in der Ruhe in der Natur genießen.

Rothaarsteig: Wurzelwege und Berghocheide
Die Etappe zwei des Rothaarsteig verläuft auf rund 23 Kilometern von Willingen nach Winterberg: Die gesamte Etappe liegt recht hoch, daher ist es dort per se kühler und für eine Wanderung im Sommer perfekt. Der höchste Berg NRWs, der Langenberg (843 m), ist nur eins der zahlreichen Highlights am Wegesrand. Ebenso die Hochheide im Naturschutzgebiet „Neuer Hagen“, die größte Berghochheide Nordwestdeutschlands. Besonders im Spätsommer ist sie zur Heideblüte ein eindrucksvoller Ort. Vorbei an der Ruhrquelle, als Ursprung und Namensgeberin des Ruhrgebiets, führt der Rothaarsteig in Richtung Winterberg. Kurz vor Erreichen des Wintersportortes verläuft der Weg durch das Helletal, eine kühle Mittelgebirgsklamm mit Wasserfällen und schattenspendendem Blätterwald.

Hermannshöhen: Rundtour auf dem Luisenturmweg
Direkt an der Etappe fünf der Hermannshöhen startet eine besonders schöne sommerliche Rundtour, der Luisenturmweg, der vom Deutschen Wanderverband als Traumtour zertifiziert worden ist. Er bietet lange schattige Streckenabschnitte im Mischwald des Teutoburger Waldes. Startpunkt und Zielpunkt ist der Parkplatz an der Peter-Eggermont-Straße unterhalb des Luisenturmweges. Am Wochenende ist eine Einkehr in der Gaststätte am Luisenturm möglich. Am Luisenturm befinden sich mehrere Hörstationen sowie die Storytelling-Bank mit der Geschichte von Anna und Hermann. Am Luisemturmweg gibt es einen wunderschönen Rastplatz mit Aussichtsplattform und Wellenliege. Von dort genießt man herrliche Weitblicke.

Goldsteig: Vorbei am „Teufelsbutterfass“
Die 5. Etappe des Goldsteigs bietet auf 14 Kilometern viel Mystisches. Sie beginnt mit einem kleinen Anstieg und zieht sich meist am Waldrand entlang zum Dreifaltigkeitsberg bei Muglhof mit gleichnamiger Kapelle und weiter zum Dörfchen Oedenthal. Vor Roggenstein beeindruckt eine wuchtige Rotbuche mit einem Feldkreuz, danach geht es hinunter ins Luhe-Tal zur Oberschleif, einer ehemaligen Glasschleife. Und dann erreicht man auch schon das sagenumwobene Waldgebiet "Elm" mit den "Drei Handkreuzen" – markanten Grenzkreuzen, die bereits im Jahre 1361 als Grenzzeichen der Landgrafschaft Leuchtenberg erwähnt wurden. Der Weg führt durch Waldgebiete mit den Namen wie Mördergrube und Sargmühle. Durch das markante Naturschutzgebiet Wolfslohklamm im Lerautal führt der Goldsteig weiter zum Wolfslohfelsen, über eine kleine Brücke, vorbei an der Felsformation "Teufelsbutterfass" zum Markt Leuchtenberg mit imposanter Landgrafenburg.

Kammweg: Durch tiefe Fichtenwälder
Die Etappe neun des Kammwegs Erzgebirge-Vogtland startet mit einem unvergesslichen Weitblick vom Fichtelberg, dem mit 1.215 Metern höchsten Berg Sachsens. Langsam aber stetig abfallend verläuft die gesamte Wanderung im Naturpark Erzgebirge/Vogtland. Die tiefgrünen Fichtenwälder und die m Flüsse Klingerbach und Pöhlwasser sorgen für eine angenehme Kühle. Kurz vor der Siedlung Ehrenzipfel, an der tschechischen Grenze, lädt der attraktive Wettinplatz mit Denkmal, einem Gedenkstein für den erzgebirgischen Heimatdichter Anton Günther und dem Mundloch eines Stollns zur verdienten Wanderpause ein. Das Ende der Wanderung ist an der Zollstraße kurz vor dem malerischen Dorf Rittersgrün, hier lohnt sich ein Besuch des sächsischen Schmalspurbahn-Museums.

Die Top Trails of Germany
Die Top Trails of Germany sind seit 2005 ein Zusammenschluss der 13 schönsten Fernwanderwege Deutschlands. Sie bieten Wandern auf höchstem Niveau, da sie alle entweder als „Premiumwanderweg“ nach den Kriterien des Deutschen Wanderinstituts oder als „Qualitätsweg“ nach den Kriterien des Wanderbaren Deutschlands zertifiziert sind. Zu den Top Trails gehören: Altmühltal-Panoramaweg, Eifelsteig, Goldsteig, Harzer-Hexen-Steig, Hermannshöhen, Rothaarsteig, WesterwaldSteig, Westweg-Schwarzwald, Kammweg Erzgebirge-Vogtland, Schluchtensteig-Schwarzwald, Albsteig, Heidschnuckenweg, Weserbergland-Weg.

www-top-trails-of-germany.de

Über den Autor*Innen

Gabi Dräger

Wo findet man Gabriele Dräger in den Bergen? Natürlich in einer Alm bei einer Brotzeit., denn Almen mit guter Küche ziehen sie magisch an. Gipfel nimmt sie auch hin und wieder mit. So hat sie einige 5.000er beim Trekking in Süd Amerika und Nepal, bestiegen. Ihre Hochleistung war der Kilimandscharo mit 5.895 Meter. Kultur und Brauchtum faszinieren sie genauso, wie Städte und Kunstausstellungen. Obwohl sie gerne in urigen Berghütten übernachtet ist sie dem Luxus von guten Hotels nicht abgeneigt.