
Viele Berge in den Bayerischen Alpen eignen sich im Winter hervorragend für Wandertouren durch das weiße Winterwunderland. Unsere Autorin Christine Kroll stellt Euch hier ihre fünf Lieblingstouren für einen schönen Wintertag in unseren Hausbergen vor:
1.) Hirschhörnlkopf
Der Hirschhörnlkopf ist mit 1.515 m Höhe ein kleiner, aber aussichtsreicher Gipfel oberhalb von Jachenau und Walchensee. Der Auf- und Abstieg sind nach Süden exponiert, so dass man hier bei passendem Wetter durchgängig in der Sonne unterwegs ist. Vom Parkplatz in Jachenau wandert man zunächst ohne nennenswerte Steigung über einen Forstweg linksseitig der Großen Laine. Das Ziel hat man von hier bereits im Blick und folgt der Beschilderung zum Hirschhörnlkopf. An der zweiten Abzweigung nimmt man den Steig durch den lichten Wald und gewinnt schneller an Höhe. Meist ist der Weg gespurt, aber ggf. eisig, so dass Grödel hier hilfreich sind. Etwa hundert Höhenmeter unterhalb des Gipfels erreicht man einen flachen Bergrücken und wandert nun schon aussichtsreich an der unbewirtschafteten Pfundalm entlang. Vom Gipfel mit Kreuz hat man schließlich einen traumhaften Rundumblick über den Walchensee, das Karwendel, den Wetterstein bis hin zum Estergebirge. Der Rückweg erfolgt über die gleiche Route. Im Sommer könnte man einen alternativen Abstieg über die Kotalm wählen. Hier ist im Winter allerdings ein Wildschutzgebiet ausgewiesen, weswegen man sich auch für den Abstieg an den Aufstieg halten muss.
Anfahrt: mit dem PKW nach Jachenau Dorf oder mit der Bayerischen Regiobahn nach Lenggries und von dort weiter mit dem Bus zur Haltestelle Jachenau Post
Tourdaten: ca. 750 hm und 10 km
Gehzeit: ca. 3,5 Stunden
Anspruch: Leicht. Die Wanderung verläuft auf Forstwegen und einem gut ausgebauten Steig.
Einkehrmöglichkeit: Unterwegs keine. Im Tal Gasthäuser in Jachenau.
2.) Breitenstein
Der 1.622 m hohe Breitenstein im Mangfallgebirge ist ganzjährig ein beliebtes Gipfelziel. Das Panorama ist einmalig: gleich gegenüber liegt der Wendelstein und auch die beeindruckende Benediktenwand liegt im Blickfeld. Bei klarer Sicht reicht die Aussicht sogar bis zu Großvenediger und Großglockner. Vom Wanderparkplatz in Birkenstein wandert man zunächst über eine Forststraße, gemächlich ansteigend in Richtung der unbewirtschafteten Bucheralm, die man nach etwa 2,5 km erreicht. Ab hier geht es nun steiler über Almwiesen hinauf. Auch wenn der Weg meist bereits gespurt ist, verlangt der hier oft tiefe Schnee Trittsicherheit und Kondition. Etwa 50 Höhenmeter unterhalb des Gipfels erreicht man einen Sattel und wandert nun wieder relativ eben in Richtung des felsigen Gipfels. Wer Lust hat, kann hier kurz dem Breitenstein-Westgipfel einen Besuch abstatten, muss dann aber zum Hauptweg zurückkehren, da der Grat zwischen den Gipfeln im Winter ein Wildschutzgebiet ist, das nicht betreten werden darf. Über eine kurze Felsstufe erreicht man schließlich den kleinen, aussichtsreichen Gipfel. Der Abstieg erfolgt über die unbewirtschaftete Hubertusalm. Über einen steilen Steig geht es zur Talstation der Materialseilbahn der Alm, dann erreicht man einen Forstweg, der einen in Richtung Kesselalm und weiter zurück nach Fischbachau führt. Der Forstweg eignet sich auch als Rodelbahn. Wer sich die Mühe macht, seinen Rodel mit auf den Gipfel zu tragen, kann den Rückweg ins Tal deutlich beschleunigen. Alternativ können Rodler den Weg über die Kesselalm auch als Aufstieg nutzen und die Schlitten beim Häuschen der Materialseilbahn deponieren.
Anfahrt: Mit dem PKW zum Wanderparkplatz in Birkenstein. Für eine Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist diese Tour nicht gut geeignet.
Tourdaten: ca. 800 hm und 9 km
Gehzeit: ca. 5 Stunden
Anspruch: Mittel. Vor allem im oberen Teil erfordert die Tour eine gewisse Kondition und Trittsicherheit.
Einkehrmöglichkeit: Auf halber Strecke passiert man im Abstieg die bewirtschaftete Kesselalm. Im Tal lohnt ein Abstecher ins Café Winklstüberl.
3.) Hirschberg
Der Hirschberg wird im Winter häufig als Skitour begangen, aber auch als Winterwanderung hat der Panoramaberg seinen Reiz. Vom Parkplatz in Scharling spaziert man zunächst über eine schmale Straße in Richtung Wald. Am Waldrand geht die Straße in einem Forstweg über. Nach etwa 1,5 Stunden verlässt man den Forstweg und steigt nun steiler über einen schmalen Pfad weiter hinauf. Nach kurzer Zeit hat man die Wahl zwischen dem Winter- und dem Sommerweg. Der Winterweg ist steiler und führt direkt zum Kratzer, dem Vorgipfel des Hirschbergs, während der Sommerweg zum Hirschberghaus führt. Weniger trittsichere Wanderer sollten den Sommerweg für den Aufstieg wählen, ansonsten lohnt es sich, über den Winterweg auf- und über den Sommerweg abzusteigen. Vom Kratzer oder dem Hirschberghaus geht es relativ eben hinüber zum 1.670 m hohen Hirschberg, der eine eindrucksvolle Aussicht bis zum Hauptalpenkamm bietet. Der Abstieg erfolgt über die Aufstiegsroute (Sommerweg). Alternativ kann man die Tour auch als Rundtour gehen und vom Hirschberg zu den Rauheckalmen absteigen. Von hier gelangt man dann über einen Forstweg zur Skipiste der Hirschberglifte, neben der man dann ins Tal absteigen kann. Schöner und ruhiger ist aber die Tour über den Forstweg nach/von Scharling, auch wenn der Auf- und Abstieg größtenteils auf dem gleichen Weg verläuft.
Anfahrt: Mit dem PKW zum Parkplatz der Hirschberglifte oder mit der Bayerischen Regiobahn bis Tegernsee und von dort mit dem Bus bis Scharling.
Tourdaten: ca. 850 hm und 13 km
Gehzeit: ca. 5 Stunden
Anspruch: Größtenteils leicht. Der Winterweg kann bei eisigen Verhältnissen rutschig sein.
Einkehrmöglichkeit: Das Hirschberghaus unterhalb des Gipfels hat bei schönem Wetter auch im Winter geöffnet.
4.) Wank
Der 1.780 m hohe Wank ist der Aussichtsgipfel von Garmisch-Partenkirchen. Er liegt direkt gegenüber des Wettersteingebirges und bietet eine wunderschöne Aussicht auf Zug- und Alpspitze. Während der Wank im Sommer von Gondel-Touristen überschwemmt wird, ist der Berg im Winter den Wanderern und Skitourengehern vorbehalten. Die Bahn ist von Anfang November bis Mitte April für die Revision geschlossen. Man ist zwar nie alleine auf dem Wank, aber in den Wintermonaten ist bedeutend weniger los als im Sommer.
Viele Wege führen auf den Wank. Der beliebteste und im Winter sonnigste Aufstieg führt direkt unterhalb der Bahn zunächst über einen Forstweg und später über einen steilen Steig hinauf zum Gipfel. Hier kann man von verschiedenen Sonnenbänken oder der Terrasse des Wankhauses den Ausblick genießen. Der Rückweg führt zunächst zum etwas niedrigeren Vorgipfel Eckenberg und dann über einen Steig durch Latschengelände in Richtung Esterbergalm. Von hier geht es angenehm über einen Forstweg zurück zum Parkplatz der Wankbahn.
Anfahrt: Mit dem PKW zum Parkplatz der Wankbahn. Oder mit der Regionalbahn nach Farchant und von dort mit dem Bus weiter zum Wank.
Tourdaten: ca. 1100 hm und 14 km
Gehzeit: ca. 6 Stunden
Anspruch: Mittel. Die Höhenmeter geben der Tour einen gewissen Anspruch. Die Wege sind im Aufstieg teilweise steil, aber nie ausgesetzt.
Einkehrmöglichkeit: Das Wankhaus am Gipfel oder die Esterbergalm auf etwa halber Strecke des Abstiegs.
5.) Jochberg
Ein schöner Berg für alle Jahreszeiten ist der Jochberg zwischen Kochel- und Walchensee im idyllischen Malerwinkel. Direkt vom Wanderparkplatz an der Kesselbergstraße wandert man über einen beschilderten Steig durch den Wald bergauf. Der Weg führt über viele Serpentinen, wird aber nie richtig steil. Unterwegs bekommt man immer wieder schöne Ausblicke auf den tief unten liegenden Kochelsee. Schließlich verlässt man den Wald und steigt über den flachen Bergrücken zum unscheinbaren Gipfel des 1.567 m hohen Jochbergs auf. Der Blick fällt von hier auf den Walchensee und das dahinter liegende Karwendel. Der Abstieg erfolgt entweder auf der gleichen Route oder als Rundtour in Richtung Jocheralm und weiter nach Sachenbach am Ufer des Walchensees. Auf dem asphaltierten Uferweg spaziert man zurück nach Urfeld und steigt von dort wenige Meter neben der Kesselbergstraße zurück zum Parkplatz auf.
Anfahrt: Mit dem PKW zum Wanderparkplatz an der Kesselbergstraße. Oder mit der Regionalbahn nach Kochel am See und von dort mit dem Bus bis zur Haltestelle Kesselberg Passhöhe.
Tourdaten: ca. 720 hm und 7 km bei Hin- und Rückweg über den Steig, ca. 9 km für die Rundtour.
Gehzeit: ca. 3 Stunden
Anspruch: Leicht. Der Steig ist durchgehend breit, verfügt teilweise über Stufen und ist nie steil.
Über den Autor*Innen

Christine Kroll
Mit einer Ausbildung zur Reiseverkehrskauffrau und anschließendem Studium der Tourismuswirtschaft hat Christine nach dem Abitur ihr Hobby Reisen zum Beruf gemacht. Seit über 20 Jahren arbeitet sie als Produktmanagerin bei verschiedenen Reiseveranstaltern. In ihrer Freizeit ist Christine am liebsten draußen. Je nach Saison findet man sie zu Fuß, mit dem Mountainbike oder auf (Touren-)Ski in den Bergen. Egal ob in den heimischen Alpen oder auf einer ihrer Reisen in Europa und der Welt, draußen aktiv zu sein gehört für Christine immer dazu.