Wandern für Faulpelze und Genießer im Stubaital

Wandern für Faulpelze und Genießer - Berge, Wanderungen und eine gute Küche - die Genussseite des Stubaitals - (c) Gabi Dräger

Wer nicht so viel wandern möchte, für den ist es im Staubaital trotzdem nicht langweilig. Neben den Bergen auf Genuss-Level gibt es auch die lukullische Seite der Küche mit traditionellen Tiroler Gerichten.

Nach der Ankunft im Hotel Hoferwirt in Neustift im Stubaital geht es gleich zum Café Anny auf die Terrasse am Dorfplatz. Lea Zittera, die Tochter der Besitzer, bringt einen Cappuccino. In der Sonne und der gesunden Bergluft fühlt man sich gleich wohl. Doch die Sauna im Hoferwirt lockt dann zum Entspannen. Vom Ruheraum hat man einen wunderbaren Blick in die Berge und auf zwei Pferde auf einer Bergwiese. Das Menü am Abend im Hoferwirt ist beeindruckend. Zuerst holt man sich vom Salatbüffet seine eigene Salatmischung. Der zweite Gang ist eine Kürbisquiche mit Kernölschaum. Als Hauptgang werden rosa gebratene Entenbrust mit Orangenjus, Karfiol und Rosmarin-Risotto oder Lammgeschnetzeltes von der Züchtergemeinschaft Andre Knoflach in Neustift mit Pfeffersauce, Röstgemüse und Mandelbällchen angeboten. Heiße Liebe wird zum Nachtisch serviert. Peter Zittera, der Chefkoch, kocht absolut biologisch und das schmeckt man auch. Bei Dina an der Bar gibt es dann noch eine Marille als Absacker. Man unterhält sich mit anderen Gästen und auch mit Einheimischen, die zum Stammtisch kommen.

Panoramaplattform, Gripfelkreuz und Liegestühle
Der Tag fängt gut an mit Rührei-Variationen, Müsli, Semmeln, Vollkornbrot, Schinken, Wurst, Käse, frisch gepressten Säften, Marmeladen und Kuchen. Gut gestärkt geht es zum Bus zur Schlick 2000 bei Fulpmes. Im Herbst kann man mit der Stubai-Super-Card kostenlos Bus und Seilbahn fahren, das muss man ausnutzen. An der Bergstation Kreuzjoch angekommen ist gleich der Panoramaweg das Ziel. Zuerst geht es etwa 30 Meter bergauf und dann führt der Weg eben dahin. Am Weg gibt es verschiedene Sitzmöglichkeiten, wie eine Hollywoodschaukel oder eine Bank mit einer Rückenlehne in Herzform, die zum Fotografieren einlädt. Die Aussichtsplattform bietet einen Ausblick auf das imposante Bergmassiv der Kalkkögel und das ganze Stubaital. Trotz der hier schon großartigen Aussicht: Ein Gipfel muss sein und auch ein Foto mit Gipfelkreuz. Neben der Bergstation geht es in zwanzig Minuten zu einem Gipfelkreuz hinauf. In der Bergstation Kreuzjoch wird noch ein Espresso getrunken und mit Helene, der netten Bedienung, geratscht. Die Spezialität auf der Speisekarte sind Schlipfkrapfen, sie bestehen aus einem Nudelteig, der mit Kartoffeln gefüllt wird. Auf der Terrasse gibt es Live-Musik. Zünftig in kurzer Lederhosen und karierten Hemden spielen zwei Musiker mit Gitarre und Ziehharmonika traditionelle Volkslieder und sorgen damit für eine gute Stimmung. Vor der Bergstation nutzen Paraglieder und Drachenflieger die Rampe, um ins Tal zu fliegen. Die vielen Liegestühle vor der Bergstation laden dann noch zum Faulenzen ein, bevor es wieder mit dem Bus zurück nach Neustift geht. Dann folgt im Hoferwirt die Routine mit Sauna und dem anschließendem Abendessen. Nach dem Salatbüffet wird geräucherte Gänsebrust mit Apfel-Selleriesalat mit Walnüssen serviert. Als Suppe folgt eine klare Hirschessenz mit Milzschnitte und danach gebratenes Kalbsrahmsteak vom Stubaier Vollmilchkalb mit Schwammerlsauce, Schnittlauchpüree und gebratenem Speck. Den Abschluss bilden Buchteln mit Vanillesauce. Natürlich geht es dann wieder für einen Drink zu Dina in die Bar in der gemütlichen holzgetäfelten Stube.

Elfer mit Luftpiraten
Von Neustift führt die Seilbahn zur Bergstation des Elfers. Der Elfer ist das Eldorado für Paraglider. Eine Gruppe Anfänger übt gerade mit einem Guide. Sie starten weiter unten am Hang. Die erfahrenen Schüler dürfen schon auf Höhe der Bergstation starten. Die Profis nehmen ihren großen Rucksack, der um die fünfzehn Kilo wiegt, und steigen Richtung Elferhütte den steilen Hang hinauf. Wer genau schaut, sieht noch den Anfang der zwei Bike-Trails für passionierte Mountainbiker. Soviel Aktivitäten stecken an: Die kleine Wanderung zur Sonnenuhr muss sein. Der Weg ist wahrlich kurz und so geht es weiter auf einem Wanderweg mit Erklärungen und schönen Aussichten. Im Panoramarestaurant Elfer neben der Bergstation gibt es auf der Terrasse mit Blick auf Neustift und die gegenüberliegenden Berge noch einen Apfelstrudel bevor es wieder nach Neustift zurückgeht.

Wasserfall und Wilde-Wasser-Weg
Diesmal geht es mit dem Bus bis zum Grawa-Wasserfall. An der Terrasse der Grawa-Alm kann man einfach nicht vorbei gehen. Es gibt einen Hollersaft mit Blick auf den gigantischen Wasserfall. Auf geht’s. Der Wilde-Wasser-Weg führt von der Alm bergab zum Grawa-Wasserfall, dem breitesten Wasserfall der Ostalpen. Der Sulzenaubach stürzt sich aus 180 Metern Höhe und mit einer Breite von 85 Metern über Felsstufen zu Tal. Direkt an seinem Fuß befindet sich eine große Plattform mit bequemen Holzliegen, auf denen man das Spektakel beobachten kann. Das Wasserrauschen wirkt nicht nur beruhigend, der feine Sprühnebel ist nachweisbar gesundheitsfördernd für die oberen Atemwege. Weiter geht’s, auf dem nächsten Wegstück stehen hunderte von Stoamandeln am Ufer der Ruetz. Man glaubt, man ist auf einem anderen Planeten, so mystisch und fremd sieht das aus. Fichten, Zirben und Moos säumen den Wanderweg, der zumeist bergab bis zur Tschanglair Alm führt, die zum Hoferwirt gehört. An der Alm gibt es die höchste Fischzucht in Tirol, also muss unbedingt eine geräuchert Forelle probiert werden – sie schmeckt einfach köstlich. Beruhigend rauscht die Ruetz direkt an der Terrasse der Alm vorbei, hier könnte man ewig sitzen. Ja, das Beste im Stubaital ist die Genussseite.

Weitere Informationen und Kontakte
Stubai Tourismus www.stubai.at
Hotel und Restaurant Hoferwirt www.hoferwirt.at

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Über den Autor

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Gabi Dräger

Wo findet man Gabriele Dräger in den Bergen? Natürlich in einer Alm bei einer Brotzeit., denn Almen mit guter Küche ziehen sie magisch an. Gipfel nimmt sie auch hin und wieder mit. So hat sie einige 5.000er beim Trekking in Süd Amerika und Nepal, bestiegen. Ihre Hochleistung war der Kilimandscharo mit 5.895 Meter. Kultur und Brauchtum faszinieren sie genauso, wie Städte und Kunstausstellungen. Obwohl sie gerne in urigen Berghütten übernachtet ist sie dem Luxus von guten Hotels nicht abgeneigt.