Stubaier Weihnacht - Weihnachten, wie es immer war

Nach dem Weihnachtsfest wird immer am 27. Dezember in der Pfarrkiche in Neustift die Stubaier Weihnacht zelebriert.

Die schönen runden Ton der Alphörner ertönen in der verschneiten Winterlandschaft vor der Pfarrkirche Heiliger Georg in Neustift in Tirol. Die „Stubaier Alphornbläsern“ spielen zur Einstimmung zur Stubaier Weihnachtsfeier. In der gut besuchten Kirche ist es schwer noch einen Platz zu finden. Bei der Stubaier Weihnacht findet keine Andacht statt, sondern Weihnachtsgeschichten werden gelesen und traditionelle Musik wird gespielt. Zuerst werden die Instrumente gestimmt. Die aus Sicherheitsgründen elektrischen Kerzen an den zwei nur mit schlichten Strohsternen geschmückten Weihnachtsbäumen leuchten. Aber vor dem kleinen Altar der Spitzwaldmadonna flackern viele Kerzen. Gebhard Schöpf vom Tourismusverband hält eine kleine Eröffnungnsrede in Deutsch, Englisch und Italienisch und erklärt, dass diese Veranstaltung schon zum zehnten Mal stattfindet. Als Erstes spielen die „Zillertaler Weisenbläser“ das Stück „Weihnachtsglocken“ von H. Sonnet. Danach singt der Kirchenchor „Verkündigung an die Hirten“, ein altes Weihnachtslied von 1870. Die Chorsänger tragen alle grüne Schals zum einheitlichen Erscheinungsbild.

Die Kammerschauspielerin liest feierlich
Die Kammerschauspielerin Julia Geschitzer, die seit vier Jahren die Mutter des Jedermanns in Salzburg spielte, liest eine moderne aber ergreifende Weihnachtsgeschichte „Seht nur das Bübchen lächelt“ von W. Müller. Dann spielt die Stubaier „Freitagsmusig“ mit Peter Margreiter an der Maultrommel und seinen Begleitern an der Geige und am Kontrabass. „Anklopfweisen aus Aschau“. Die „Zillertaler Weisenbläser“ spielen ebenso ein alte überlieferte Volksweise „Weihnacht wie bist du schön“. Gerade die alten traditionellen Lieder machen die Atmosphäre in der Kirche so festlich und besinnlich. Auch das „Telfer Klarinettenquintett“ schließt sich mit einer Volksweise „Steirischer Landler“ an. Julia Gschnitzer liest mit ihrer klaren Stimme „Was ist das doch ein holdes Kind“ von Luise Hensel. Die „Zillertaler Weisenbläser“ folgen wieder mit dem wohl ältesten Lied des Abends „Und unserer lieben Frauen“ um 1600. Der stimmgewaltige Kirchenchor folgt mit „In vollen Jubelchören“ von I. Gruber. Anschließend spielt Peter Margreiter die Ziach zu „Leonharder Boarischer“ von W. Neumüller. Der Blick schweift zur Vitrine mit dem Heiligen Wendelin, der von Schafen umgeben ist, er ist der Schutzpatron der Bauern und Hirten.

Harfenmusik
Larissa Pfurtscheller spielt auf der Harfe auch eine Volksweise „Deutscher Tanz aus Castel Ruth“. Julia Geschnitzer liest noch zwei Weihnachtsgeschichten „Joseph, der Mann im Stall“ von R. Krenzer und „Das Licht“ von Peter Henisch, die von einem Solo mit Peter Margreiter an der Ziach mit der Volksweise „Ein Stern wird aufgehen“ folgt.

Stille Nacht, heilige Nacht
Das elektrische Licht in der Pfarrkirche wird gelöscht, nur die Kerzen an den zwei Weihnahtbäumen brennen. Alle stehen auf und singen im Stehen gemeinsam das Lied: Stille Nacht, heilige Nacht. Nach einer kurzen andächtigen Stille gibt es heftigen Applaus für die hochkarätigen Künstler. Noch ergriffen von der feierlichen Zeremonie kann man vor der Kirche den Stubaier Alphornbläser zuhören. Danach geht es für eine heiße Suppe in den nahen Hoferwirt zum Aufwärmen.

Die Idee der Stubaier Weihnacht hatte Gebhard Schöpf vom Tourismusverband. Peter Margreiter von der „Freitagsmusig“ ist er Organisator und Veranstalter der Feier, die immer am 27. Dezember in der Pfarrkirche in Neustift stattfindet. 

Kontakt
Tourismusverband Stubai Tirol, Dorf 3, A-6167 Neustift, Tel.: +43-5018810, info@stubai.at, www.stubai.at 
Hotel Hoferwirt www.hoferwirt.at
Stubaier Bergbahnen www.stubaier-gletscher.com

Über den Autor

Gabi Dräger

Wo findet man Gabriele Dräger in den Bergen? Natürlich in einer Alm bei einer Brotzeit., denn Almen mit guter Küche ziehen sie magisch an. Gipfel nimmt sie auch hin und wieder mit. So hat sie einige 5.000er beim Trekking in Süd Amerika und Nepal, bestiegen. Ihre Hochleistung war der Kilimandscharo mit 5.895 Meter. Kultur und Brauchtum faszinieren sie genauso, wie Städte und Kunstausstellungen. Obwohl sie gerne in urigen Berghütten übernachtet ist sie dem Luxus von guten Hotels nicht abgeneigt.