Slow Trails in Kärnten

Slow Trail Logo - (c) MTG

Berge und Wasser, kaum eine andere Kombination von Landschaften regen bei uns Menschen einen so hohen Wohlfühleffekt aus wie diese. Eine Region in Österreich, die dieses Landschaftsbild besonders oft vereint ist Kärnten. Viele Seen, zahlreiche, meist sanfte Berglandschaften bilden die Kulisse für die gerade neu entstehenden Slow Trails. Menschen lieben es, an und in der Nähe von Seeufern zu promenieren. Die räumliche Weite, die durch die Wasseroberfläche entsteht, am Horizont die Bergkulisse, die sich in unterschiedlichen Höhen und Formen präsentiert, das sanfte Plätschern der Wellen, der Duft von Fauna und Flora: Diese Kombination schafft eine Atmosphäre, die zugleich entspannt und inspiriert. Die neuen Slow Trails in Sichtweite von sechs der schönsten Kärntner Seen sind ein Entschleunigungs-Programm, das den Kopf frei macht, die Seele und den Geist beflügelt und nachhaltig die Gelassenheit fördert.

Weg vom Alltagsstress, hinein in eine Landschaft, die Ruhe ausstrahlt, beruhigt und gleichzeitig auch anregend ist. Hinter den neuen Slow Trails steht ein Gemeinschaftsprojekt der Kooperationsgruppe „Urlaub am See“ der fünf Kärntner Seendestinationen Millstätter See, Region Villach - Faaker See - Ossiacher See, Wörthersee, Klopeiner See und die Region Nassfeld – Pressegger See – Lesachtal - Weissensee. Slow Trails sind die perfekten Beispiele für die Einzigartigkeit der Kärntner Berg- und Seen-Landschaft. Slow Trails sind entspannte Wege ohne Stress und ganz im Sinne der klassischen „Sommerfrische“, maximal zehn Kilometer lang und mit nicht mehr als 300 Höhenmetern. Auf keinem ist man länger als drei Stunden unterwegs. Baden geht dabei überall – ob mit einer erfrischenden Abkühlung für die Waden im prickelnden Nass der Seen oder gar Barfuß über weiche Moospolster beim Waldbaden.

Stille Bergseen und sagenhafte Moorlandschaften
Einer der beiden Slow Trails am Millstätter See hat eine lange Tradition als Weg mit besonderen Qualitäten. Der 2,6 km lange Ausflug durch das geheimnisvolle Mirnock-Moor, das auch Heimat der Sage vom Mirnock-Riesen und dessen unglücklicher Liebe zu einer Fischertochter ist, endet oben am Mirnock. Seit Generationen zieht es die Einheimischen hinauf auf den Berg zu faszinierenden Aussichten und romantischen Sonnenuntergängen, zur Zeit zu zweit. Auch auf dem zweiten Weg, dem Zwergsee Slow Trail sind die Berührungen zwischen See und Bergen zum Greifen nah. Er führt durch schattenspendende Kastanien- und Kiefernwälder, inmitten derer an schönster Stelle eine Waldbühne den Blick auf die Jugendstilvillen entlang des Seeufers öffnet.

Der Slow Trail am Wörthersee bietet nicht nur ein intensives Kennenlernen des berühmten Sees und der benachbarten Bergwelt. Er bietet auf 6,7 km Länge mit der Römerschlucht, dem einsamen Forstsee und der Veldener Aussicht einen idealen Logenplatz mit Blick in die gleichnamige Bucht. Zudem ist er ideal mit der Schifffahrt am Wörthersee zu kombinieren. Einen der schönsten Aussichtsplätze Südkärntens hat der Slow Trail am Klopeiner See zu bieten. Der 3,5 km lange Weg führt vom Westufer sanft hinauf zum Kitzelberg und hat eine neue, eindrucksvolle Aussichtsplattform zum Ziel. Ein außergewöhnliches Kultur- und Naturerlebnis bietet der Slow Trail am Ossiacher See vom Steinhaus in Steindorf auf 7,1 km hinein in das fast mystische Bleistätter Moor, durch archaische Moorlandschaften vorbei an unberührten Uferpassagen und begleitet vom Blick auf den bewaldeten Bergzug der Ossiacher Tauern und die Gerlitzen Alpe. Alternativ ist die Variante des Slow Trails nach Ossiach in Kombination mit der Ossiacher See Schifffahrt möglich.

Auch der Weissensee, berühmt für seine fjordartige Landschaft und zudem als einziger See Kärntens ohne Umfahrungsstraße, bietet ein perfektes Slow Trail Szenario. Auf 7,7 km führt und verführt der Uferweg mit einsamen Buchten und Ruheplätzen, begleitet von der Kulisse der stolzen Lienzer Dolomiten. Er ist wahlweise von Neusach/Techendorf zum Ostufer oder in umgekehrter Richtung zu begehen und mit dem Genussfloß oder dem umweltfreundlichen Linienschiff „MS Alpenperle“ kombinierbar.

Durch den zweitgrößten Schilfgürtel Österreichs führt der 5,8 km lange Slow Trail am Pressegger See, eingerahmt von den Gailtaler- und  Karnischen Alpen. Aufmerksame Wanderer entdecken hier in der einzigartigen Vegetation mit bis zu drei Meter hohem Schilf, Teichrosen und Tannenwedeln seltene Exemplare aus Flora und Fauna, wie etwa die gelbgrüne Orchideenart „Glanzstendel“ oder besondere Libellen-Arten. Die Slow Trails am Weissensee und Pressegger See werden im Laufe des Sommers fertig gestellt.

Sechs Seen und 16 Slow Trails
Geplant sind bis Ende 2018 in den teilnehmenden Destinationen insgesamt 16 Slow Trails, die ein neues Wandererlebnis schaffen, das sich in vielerlei Hinsicht vom „normalen“ Wandern abhebt. Sie sind für den Besucher gut sichtbar mit einheitlichen Elementen gekennzeichnet. Unterwegs sorgen Sitzbänke, Plattformen oder Hängematten im gleichen Designstil für verlockende Unterbrechungen. Schließlich steht auf den Slow Trails die Entspannung und Entschleunigung im Vordergrund.

Informationen zu den einzelnen Slow Trails erhalten Urlauber auf den jeweiligen Homepages der Regionen sowie unter: https://www.kaernten.at/wandern/slow-trails/

 

Slow Trail Logo - (c) MTG
Slow Trail Mirnock am Millstättern See - (c) MTG Steve Haider
Infoaufsteller am Slow Trail Zwergsee in der Region Millstätter See - (c) MTG Gert Perauer
Slow Trail Römerschlucht am Wörthersee - (c) Martin Assam
Slow Trail Römerschlucht am Wörthersee - (c) Martin Assam
Slow Trail Römerschlucht am Wörthersee - (c) Martin Assam
Slow Trail in der Region Kitzelberg am Klopeiner See - (c) Florian Mori
Slow Trail in der Region Kitzelberg am Klopeiner See - (c) Region Klopeiner See/Südkärnten
Slow Trai Bleistätter Moor in der Region Villach - (c) Stefan Leitner
Slow Trai Bleistätter Moor in der Region Villach - (c) Stefan Leitner
Slow Trai Bleistätter Moor in der Region Villach - (c) Stefan Leitner
Slow Trai Bleistätter Moor in der Region Villach - (c) Stefan Leitner

Über den Autor

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Jörg Bornmann

Als ich im April 2006 mit Wanderfreak an den Start ging, dachte noch keiner an Blogs. Viele schüttelten nur ungläubig den Kopf, als ich Ihnen von meinem Traum erzählte ein reines Online-Wandermagazin auf den Markt zu bringen, welches eine hohe journalistische Qualität aufweisen kann, eine Qualität, die man bisher nur im Printbereich kannte. Mir war dabei bewusst, dass ich Reisejournalisten und Spezialisten finden musste, die an meine Idee glaubten und ich fand sie.