Hinter der weißen Kulisse der Stubaier Gletscherbühne

Wenn morgens die ersten Skifahrer in die Gondeln steigen, ist das Gletscherskigebiet im Stubaital längst für den Tag gerüstet - (c) Stubai Gletscher Andre Schönherr

Der Stubaier Gletscher bietet eine absolute Schneegarantie
Wenn morgens die ersten Skifahrer in die Gondeln steigen, ist das Gletscherskigebiet im Stubaital längst für den Tag gerüstet. Fleißige „Heinzelmännchen“ haben schon ganze Arbeit geleistet: Straßen und Parkplätze sind, falls es geschneit hat, bereits geräumt und gestreut. Frischwaren, wie Fleisch, Salat, Gemüse, Milch und Brot werden täglich schon ab sechs Uhr für die fünf Restaurants im Skigebiet per Seilbahn angeliefert und mit Gondeln zu den Bergstationen Eisgrat und Gamsgarten gebracht. Das 250-köpfige Personal steht jeden Tag im Winter an den Liften, in den Restaurants, Shops und Verwaltung bereit, damit sich die Wintersportler so richtig austoben können.

Home-made Snow ab Oktober
„Die weiße Grundlage muss stimmen, deshalb fangen wir mit der Beschneiung schon Anfang Oktober an“, sagt Walter Müller, der Pistenchef. „Auf den Abfahrten vom Eisgrat zur Mittelstation stehen allein bis zu 38 Kanonen. Insgesamt 85 Kanonen. Bei Temperaturen ab minus zwei Grad und 25 Prozent Luftfeuchtigkeit startet die Beschneiungsanlage vollautomatisch. Jeweils sechs Angestellte arbeiten im Schichtdienst rund um die Uhr. „Das ist Knochenarbeit und bei Minusgraden muss man aus „Goretex“ sein“, lacht Walter Müller. „Der technische Schnee, den wir produzieren, besteht, ohne jede chemischen Zusätze, nur aus Wasser und Luft. Das ist „Hand-made Snow“ erster Qualität“.

Perfekte Pistenverhältnisse
Die Skipisten werden täglich mit Pistenfahrzeugen präpariert. Bei Schneefall fangen sechs Pistenraupenfahrer, die sogenannte „Nachtschicht“, um 2 Uhr morgens, die Pisten zu präparieren. Sie hören erst in den Morgenstunden auf. So findet der Wintersportler bei allen Wetterkonditionen immer perfekte Pistenverhältnisse vor.

Sicherheit für Skifahrer
Die Sicherheit der Skifahrer ist das wichtigste Ziel. Eine Kommission entscheidet jeden Tag, welche Pisten geöffnet, welche gesperrt werden und ob Lawinensprengungen notwendig sind. Es gibt sieben hohe Sprengtürme im Skigebiet. Zusätzlich werden bei Bedarf Lawinensprengungen per Hubschrauber durchgeführt. Als Skifahrer sollte man nicht vergessen, dass man auf einem Gletscher ist. Doch wer auf den mit 6.000 Stangen und sechs Kilometer Zäunen markierten Pisten bleibt, der ist immer auf der sicheren Seite.

Einkehrschwung
In der Bergstation Gamsgarten gibt es ein Selbstbedienungsrestaurant und wer es bequemer mag, geht in die „Goldene Gams“ mit Bedienung. Csaba Radnici ist der Chefkoch aus Ungarn für das Restaurant „Zur Goldenen Gams“ und das Selbstbedienungsrestaurant Gamsgarten. Er vereint die ungarische mit der regionalen Tiroler Küche. Harry, der Restaurant-Manager, erklärt: „Wir kaufen für die fünf Gletscherrestaurants gemeinsam bei einheimischen Bauern ein. Die Frischwaren sind alle aus Tirol, nur die Äpfel kommen aus der Steiermark. Apfel- und Topfenstrudel sind selbst gebacken, darauf legen wir größten Wert. Wir schälen, natürlich die Äpfel mit der Maschine. In einem Jahr werden zehn Tonnen Äpfel verarbeitet. „Die gute Qualität unserer Speisen ist unser oberstes Ziel, deshalb kommen bei uns keine gekauften Halbfertigprodukte in die Küche.“

Schlag zwölf Uhr kommen die Skikurse zum Essen
Mittag, wenn Schlag zwölf die ganzen Skischulen zum Essen kommen, dann muss alles klappen. „Ja, Kaspressknödel, Speckknödel, Leberknödel und Frittaten machen wir selbst und das schmeckt man auch“, erklärt Harry. Harry ist Restaurantleiter, bei ihm laufen alle Fäden zusammen, so hat er den Überblick. Der Renner bei Groß und Klein sind nach wie vor Pommes frites. Die Skifahrer der Zukunft, die Kinder, haben großen Hunger. 65.000 Kinderportionen gingen über die Theke. Es gibt für Kinder, die an einem Skikurs teilnehmen, einen extra Speiseraum mit Selbstbedienung, wo sie mit den Skilehrern essen.

Der Spitzenreiter ist die Gulaschsuppe
In der großen Küche gibt es eine eigene Patisserie. Hier werden Apfelstrudel. Topfenstrudel und Torten gebacken. Rechnet man alle Getränke zusammen, dann steht das Bier mit 220.000 Gläsern an erster Stelle, dicht gefolgt von 190.000 antialkoholischen Erfrischungsgetränken wie Pepsi Cola und Skiwasser. Bei den Gerichten ist die Gulaschsuppe mit ca. 40.000 der Spitzenreiter. Der Gulaschtopf ist so groß wie ein Whirlpool. Fritteusen und Kochtöpfe in der großen, mit Edelstahl verkleideten Küche sind überdimensional groß. Pizza-Peter in der „Goldenen Gams“ schafft in zwei Stunden 250 Pizzen, die sehr begehrt sind. Bei gutem Wetter werden oft 300 Schnitzel pro Tag verkauft. Damit alle Skifahrer satt werden, gibt es im Gamsgarten große Trockenlager für Mehl, Frittierfett, Konserven, Mineralwasser etc., das schon im Herbst eingelagert wird. Per Lastwagen werden im Herbst die langhaltbaren Güter auf der noch schneefreien Straße zur Bergstation Gamsgarten gebracht. Im größten Kühlraum lagern Bierfässer. Vor der Mittagszeit wird das Essen für die Angestellten, die in den Tal- und Mittelstationen arbeiten, in Wärmeboxen per Seilbahn gebracht. Die meisten Angestellten arbeiten schon seit Jahren für die Stubaier Gletscherbahn.

Frischer Salat als Eyecatcher
Im Selbstbedienungsrestaurant Gamsgarten ist das Salatbuffet der Eyecatcher. Hier werden knackig frische Salate angeboten – so kommen auch Vegetarier und Veganer auf ihre Kosten. Gleich daneben steht die riesengroße Pfanne mit Wurstnudeln. Für Kaiserschmarrn gibt es einen eigenen Stand, da er so begehrt ist. Jährlich werden hierfür drei Tonnen Mehl verarbeitet. Für die Skifahrer, die ihre eigene Brotzeit mitbringen, gibt es im Gamsgarten zwei einen Selbstversorgerraum.

Relaxen am Gletscher
Skifahrer können bei schönem Wetter in einem Liegestuhl entspannen oder an der Hausbar noch einen Espresso trinken. Bei Grit an der Hausbar muss man einfach einen Espresso oder Cappuccino trinken. Im Durchschnitt serviert sie 500 Tassen Kaffee am Tag. Die Hausbar ist auch ein guter Treffpunkt, um sich mit Freunden zu verabreden.

Abtanzen im Schneekristall Pavillon
Wer Abtanzen möchte, der geht am Nachmittag in den Schneekristall Pavillon an der Bergstation Gamsgarten. Hier ist Partytime mit angesagter Musik bis die letzten Gondeln zurück ins Tal fahren.

Die Jochdohle, höher geht’s nicht
Das Restaurant „Jochdohle“ im Gletscherskigebiet ist auf 3.150 Metern das höchst gelegene Bergrestaurant Österreichs. Es hat keine klassische Bauweise, sondern ist mit Stahlseilen am Felsen befestigt und schwebt über dem Gletschereis. Da es in der Höhe keinen Anschluss an das Kanalsystem gibt, wird das Frisch- und Brauchwasser mehrmals am Tag per Pistenfahrzeug ausgetauscht. Von alledem merkt der Gast nichts, wenn er gemütlich an der Hauswand in der Sonne sitzt und seine Brotzeit genießt.

Sicherheit im Schnee
„Ich bin für die Sicherheit zuständig, dass die Bahnen laufen und das alles passt“, sagt Stefan Gietl, der für die Technik und Wartung zuständig ist. Eine besondere Herausforderung sind die Stützen der Seilbahnen auf dem Gletscher, denn sie wandern mit dem Eis ein bis zwei Meter pro Jahr talwärts. Zwei Mal am Tag wird überprüft, ob die Seile der Bahnen richtig in der Spur laufen und zusätzlich werden die Stützen mit einem Vermessungssystem überwacht. Wenn sich die Stützen von ihrem Standort zu weit entfernt haben werden sie per Bagger und Pistenfahrzeugen wieder auf ihren Ausgangsplatz gezogen und dann wieder mit Betonklötzen beschwert. „Das ist ein aufwendiges, aber sicheres System“, erklärt Stefan Gietl. Alle fünf Jahre kommt der TÜV und prüft die gesamte Anlage. Eine alljährliche Revision wird durchgeführt und die Berichte müssen an die Seilbahnbehörde nach Wien geschickt werden. Das Personal führt mehrmals täglich Kontrollfahrten durch.

Der Stubaier Gletscher auf einen Blick

  • Größtes Gletscherskigebiet Österreichs 
  • 45 Autominuten von Innsbruck entfernt
  • Schneegarantie von Oktober bis Juni
  • 28 moderne Seilbahnen und Lifte
  • 3S Eisgratbahn für die schnelle und komfortable Auffahrt ins Gletscherskigebiet
  • 35 Abfahrten mit Genussbonus: Naturschnee auf Gletschergrund heißt perfektes Fahrerlebnis
  • Längste Abfahrt 10 Kilometer, 1.500 Höhenunterschied von der Bergstation Wildspitz (3.210 m) bis zur Talstation (1.695 m)
  • BIG Family Ski Camp: Kinderbetreuung von 3 bis 15 Jahren
  • Snowpark Stubai Zoo mit Pro-, Medium- und Easy-Line
  • Powder Department: Freeriden auf 13 GPS getrackten Runs
  • Eisgrotte Stubaier Gletscher: die Faszination Gletscher erleben
  • Gipfelplattform TOP OF TYROL auf 3.210 m
  • Gletscherkulinarik auf höchstem Niveau: Vielfalt an Restaurants und Speisen
  • 4x Intersport Stubaier-Gletscher – Shop, Rent, Service, Depot direkt im Skigebiet
  • Kinder unter zehn Jahren fahren in Begleitung eines zahlenden Elternteils frei 

Kontakt
Stubaier Gletscher, Mutterberg 2, 6167 Neustift

stubaier-gletscher.com, info@stubaier-gletscher.com, Tel. 0043 5226 8141

Wenn morgens die ersten Skifahrer in die Gondeln steigen, ist das Gletscherskigebiet im Stubaital längst für den Tag gerüstet - (c) Stubai Gletscher Andre Schönherr
Harry, der Restaurant-Manager, erklärt: „Wir kaufen für die fünf Gletscherrestaurants gemeinsam bei einheimischen Bauern ein. Die Frischwaren sind alle aus Tirol, nur die Äpfel kommen aus der Steiermark. Apfel- und Topfenstrudel sind selbst gebacken, darauf legen wir größten Wert." - (c) Stubaier Gletscher Andre Schönherr
Die Skifahrer der Zukunft, die Kinder, haben großen Hunger. 65.000 Kinderportionen gingen im letzten Winter über die Theke - (c) Stubaier Gletscher Andre Schönherr
Mittag, wenn Schlag zwölf die ganzen Skischulen zum Essen kommen, dann muss alles klappen - (c) Stubai Gletscher Andre Schönherr
Neben dem Skilauf bietet sich auch die Eisgrotte für einen Besuch an. Hier kann man vile über die Gletscherwelt kennen lernen - (c) Stubaier Gletscher Andre Schönherr
Frischwaren, wie Fleisch, Salat, Gemüse, Milch und Brot werden täglich schon ab sechs Uhr für die fünf Restaurants im Skigebiet per Seilbahn angeliefert und mit Gondeln zu den Bergstationen Eisgrat und Gamsgarten gebracht - (c) Stubaital
Für alle Genussfreaks bietet sich das 2-Hauben Restaurant Schaufelspitz für eine Pause an - Stubaier Gletscher Andre Schönherr
Die Skipisten werden täglich mit Pistenfahrzeugen präpariert. Bei Schneefall fangen sechs Pistenraupenfahrer, die sogenannte „Nachtschicht“, um 2 Uhr morgens, die Pisten zu präparieren - (c) Gabi Dräger

Über den Autor

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Gabi Dräger

Wo findet man Gabriele Dräger in den Bergen? Natürlich in einer Alm bei einer Brotzeit., denn Almen mit guter Küche ziehen sie magisch an. Gipfel nimmt sie auch hin und wieder mit. So hat sie einige 5.000er beim Trekking in Süd Amerika und Nepal, bestiegen. Ihre Hochleistung war der Kilimandscharo mit 5.895 Meter. Kultur und Brauchtum faszinieren sie genauso, wie Städte und Kunstausstellungen. Obwohl sie gerne in urigen Berghütten übernachtet ist sie dem Luxus von guten Hotels nicht abgeneigt.