Fernsehtipp - Weltreisen Im Bann des Polarlichts

2. April 2016 - 12:15
Fernsehtipp Wanderfreak NDR

Sa / 12:15 / NDR

Weltreisen

Im Bann des Polarlichts

Reisemagazin / D 2016

Im Bann des Polarlichts - Sonnenstürme, die ihre Energie auf die Erde schicken, sorgen für das Phänomen und damit für die Faszination. Hoch im Norden Europas zieht das Naturschauspiel die Menschen seit Jahrtausenden in seinen Bann, wenn im Winterhalbjahr das Polarlicht Aurora Borealis am nächtlichen Himmel zu sehen ist. Die Ureinwohner, die Sami, hielten das Nordlicht für ein schlechtes Zeichen. Wenn das Polarlicht zu sehen war, wurde in ihren Zelten nur leise geredet. Es gilt die Sitte, über das Polarlicht erst zu sprechen, wenn es dunkel geworden ist. Der US-Amerikaner Chad Blakely ist vor einigen Jahren nach Abisko gekommen, einem kleinen Ort kurz vor der schwedisch-norwegischen Grenze an der Erzbahntrasse von Kiruna nach Narvik. Er veranstaltet Fotokurse für Touristen, die von den bizarren Lichterscheinungen angelockt werden. In jedem Winter kommen sie zu Tausenden, sogar aus China, und hoffen, bei Temperaturen bis minus 30 Grad die Aurora Borealis in Lappland einmal selbst erleben zu können. Das Mikroklima und die dunklen Nächte sorgen in Abisko dafür, dass man das Nordlicht hier so gut beobachten kann wie sonst kaum irgendwo auf der Welt. Urban Brändström, Forscher vom Institut für Weltraumphysik, ist besorgt über die Auswirkungen, denn der Polarlicht-Tourismus birgt auch Gefahren für die einzigartige Natur in Lappland. Er soll nicht zum zum Massentourismus verkommen. Aber das gute Geschäft will sich auch niemand entgehen lassen, denn mit dem teuren Trip hinter den Polarkreis kann man gutes Geld verdienen. Jack Hong aus Shanghai studiert in den USA und ist für vier Tage nach Abisko gekommen. In Asien erzählt man sich viele Geschichten über das Polarlicht. Es soll jungen Paaren, die sich Kinder wünschen, Glück bringen, ebenso wie Alleinreisenden auf Partnersuche. Single Jack verrät nicht, ob auch er aus diesem Grund hergekommen ist oder ob es "nur" das Interesse am Fotografieren des Himmelsphänomens ist. Der Forscher Brändström hingegen ist dem Polar- oder Nordlicht aus anderen Gründen auf der Spur. Er ist in seinem Labor in Kiruna leidenschaftlich auf der Suche nach den Ursachen der Stürme auf der Sonne. Denn sie haben große Auswirkungen auf die Erde, verändern das Magnetfeld. In den USA habe es deswegen schon Stromausfälle gegeben.

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