Fernsehtipp - Wanderlust! Durch Kretas Schluchten

17. April 2016 - 15:15
Fernsehtipp Wanderfreak SWR

So / 15:15 / SWR

Wanderlust! Durch Kretas Schluchten

Reisemagazin / D 2014

Ein Geheimtipp in der neuen Wanderszene ist der E4 auf Kreta. Der Fernwanderweg quert die größte Insel Griechenlands von West nach Ost. Am schönsten im Südwesten, wo das Bergmassiv der Levka Ori 2500 Meter hoch aufragt und steil ins Meer stürzt. Der E4 bietet beste Blicke und kretische Gastfreundschaft. Auch baden gehört dazu, am E4 braucht man Bergschuhe und Bikini. Bradley Mayhew ist mit der kretischen Wanderführerin Penelope unterwegs. Denn der Europäische Fernwanderweg Nr. 4 ist auf Kreta nicht überall gut markiert. Wandertourismus entsteht in Griechenland gerade erst, noch tauschen Wanderer Tipps im Internet über den E4 auf Kreta. Der Pfad beginnt auf den Höhen der Westküste in Kissamos. Weit reicht der Blick aufs tiefblaue Meer, bevor Bradley und Penelope absteigen und im Kloster Chrissos-kalitissa vorbeischauen. Zwei Stunden später sieht es aus wie in der Karibik. Türkis leuchtet das Meer in der Lagune Elafonissi, zauberhaft. Die beiden hängen die Bergschuhe übern Rucksack und wandern knietief durchs Wasser. Dann ist die Südküste erreicht. Die Bergflanken fallen so steil ins Meer, dass für Straßen kein Platz ist. Nur per Schiff oder wandernd kommt man voran. Der E4 folgt nun alten Dorfverbindungswegen. Das Meer ist stets im Blick. Charakteristisch für Kreta sind die tief eingeschnittenen Schluchten, die Berge und Küste verbinden. Mit der Helikopter-Kamera wird die Wanderstrecke auch aus der Vogelperspektive vorgestellt. Penelope führt Bradley die Samaria-Schlucht hoch, 1.200 Meter Anstieg auf 18 Kilometer Länge, anstrengend. Abends in den Bergen werden die Wanderer zu Lamm und Rotwein eingeladen und lauschen den Rizitika-Gesängen der Männer, Freiheitslieder. Bradley muss alleine weiter. Er steigt auf zur Berghütte Kallergie, und quert in zwei Tagen die Levka Ori, die Weißen Berge, ein karstiges Gebirgsmassiv. An manchen Stellen sieht es aus wie auf dem Mond. Beim Dorf Aradena, verlassen wegen einer Blutfehde, trifft er Marianna, die ihn durch den Canyon von Aradena begleitet."Die Schlucht wurde von Rebellen als Versteck genutzt", erfährt Bradley und begreift, dass Kreter ebenso gastfreundlich wie freigeistig sind. Sfakia heißt die Region. Das Schöne an Kretas Schluchten: sie führen direkt zum Meer. So endet der Tag für Bradley an der klitzekleinen Marmara-Bucht, mit bestem Essen und einem Sprung ins Meer. Genusswandern! In Bradleys Hitliste der schönsten Wanderwege Europas steht Kreta ganz weit oben.

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